Sport als Leidenschaft

Die eine knackt den lettischen Staatsrekord im 24-Stunden-Lauf, die andere den Everesting-Weltrekord. Sport ist ihre große Leidenschaft. Mit ansteckender Begeisterung verfolgen beide ihre ehrgeizigen Ziele.

Susanne Mair
Berglauf, Skibergsteigen

Die österreichische Bergläuferin und mehrfache Staatsmeisterin ist eine Stehauffrau im wahrsten Sinne des Wortes. Sie pulverisierte nicht nur trotz einer im Vorfeld erlittenen Achillessehnenentzündung den Everesting-Frauen-Weltrekord (9:39 Stunden), sie hat sich schon vorher als extreme Kämpfernatur bewiesen. Hier erzählt die studierte Pharmazeutin von einer der prägendsten Erfahrungen in ihrem Leben und von der Leidenschaft für ihren Sport.

Es hieß, ich würde nie wieder laufen können…

Meine lehrreichste Lebenserfahrung ist wohl mein schwerer Unfall. Ich hatte in 2015 meine bis dato beste Saison, war in absoluter Topform, trainierte im Olympiastützpunkt in Innsbruck mit dem großen Ziel: Tokyo 2020. Und dann wurde ich während eines Trainingslaufes auf meiner Hausstrecke überfahren. Als ich auf der Intensivstation aufgewacht bin, hieß es, ich würde nie wieder laufen können. Wenn es so von 100 auf null geht, macht man sich Gedanken. Als Sportlerin wollte ich natürlich kämpfen: Ich habe im Liegen, wie auch im Rollstuhl immer trainiert. Ich habe sogar einen Rückschlag bei einem Vertical riskiert. Meine Rehabilitation – mit vielen Höhen und Tiefen – dauerte fast 2 Jahre, doch von dieser Erfahrung werde ich immer profitieren. Sie hat mir klar gemacht, was im Leben wichtig ist und was keine Aufmerksamkeit verdient.

Die Verticals sind ein toller Sport. Die Berge, die Natur, jede Strecke ist anders. Inzwischen spüre ich meinen Körper ganz anders und kann auf seine Signale achten. Außerdem weiß ich auch: Ich habe nur die Vorbereitung in der Hand. Der Wettkampftag ist unvorhersehbar. Aber top vorbereitet und aufs Ziel fokussiert, kann ich es schaffen. Mein Mantra lautet: Ich schaff’sIch schaff’s. Ich schaff’s. Ich darf absolut nicht zweifeln.

Mein Tipp:

Wenn du ausprobieren möchtest, ob die Verticals etwas für dich sind, dann setz doch im Training auf Hügel- und Treppenläufe. Vielleicht sagt dir ja diese ungewohnte Bewegungsart zu, aber bitte alles ohne zu übertreiben.

Diana Dzaviza
Ultralauf, Rundenlauf

Diana betreibt seit 7 Jahren Laufen als Sport, den ersten Ultrarun bestritt sie im Januar 2017, im Mai 2019 folgte der erste Rundenlauf. Dabei ist die Mutter einer Tochter bereits lettische Rekordhalterin im 24h-Lauf sowie zweifache lettische Staatsmeisterin im 100-km-Straßenlauf. Uns erzählt die so passionierte wie hochdisziplinierte Vollblutsportlerin, wie sie zu diesem Extremsport kam und was sie antreibt. Ihr nächstes ambitioniertes Ziel: der Spartathlon mit seinen 246 km auf der historischen Strecke zwischen Athen und Sparta.

Ultralaufen macht mich glücklich

Ich wollte mit dem Rauchen aufhören und abnehmen, so habe ich mit dem Laufen angefangen und bekam Lust auf immer längere Strecken, einfach um zu sehen, was mein Körper kann. Als ich meinen Laufkumpel, den Ultraläufer Dominik kennenlernte, habe ich viel mit ihm trainiert. Vor anderthalb Jahren habe ich ihn in Basel beim Qualifikationslauf zum Rundenlauf supportet: Die letzten 12 der 24 Stunden bin ich mit ihm gelaufen. Beim Einlauf ins Stadion traf es mich wie ein Blitzschlag. Ich habe die Atmosphäre aufgesogen und wusste sofort: Das will ich auch!!! In Lettland bin ich dann die 100-Kilometer-Staatsmeisterschaften gelaufen. Kaum durch die Ziellinie, wurde ich auf den 24-Stunden-Lauf angesprochen und habe einfach zugesagt.

Laufen als Sport gibt mir unendlich viel Freude und Energie, völlig egal, wie erschöpft ich bin. Aber nach großen Wettkämpfen wie etwa dem 24-Stundenlauf lege ich schon Pausen ein und gehe dann vielleicht einige Wochen nur spazieren. Meinen Trainingsplan setze ich allerdings sehr diszipliniert um.

Ich bin meinem Körper unendlich dankbar, er steckt schon wirklich viel weg. Ich habe in den letzten Jahren viel über ihn gelernt. Als Ultraläuferin kenne ich es allerdings kaum noch, dass beim Laufen nichts schmerzt. Deshalb ist für mich MEDIVID oft eine echte Rettung, auch in der Freizeit.