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Auch Drachen brauchen Kühlung!

Gespräch mit Ex-Basketball-Profi und Talentscout Yassin Idbihi

Eine Karriere im Sport ist der Traum vieler Jugendlicher. Wir sprachen mit dem ehemaligen deutschen Basketball-Profi und heutigen Sportdirektor bei den Dragons Rhöndorf Yassin Idbihi, worauf es beim beliebten Hallensport ankommt und wie seine Talentsuche für die Dragons Rhöndorf aussieht.

Wie sehen die Anforderungen an einen künftigen Basketball-Profi aus?

Früher hat allein die Körpergröße ausgereicht, um zu Probespielen eingeladen zu werden. Doch der Basketball ist wesentlich athletischer und viel schneller geworden. Das zu meiner Zeit geltende „Hauptsache lang“ ist passé. Der perfekte Spieler von heute ist sehr lang, aber nicht zu kräftig, dazu sehr schnell und athletisch. Das ist das Profil, das immer mehr gesucht wird. Und solche Spieler gibt es nur selten.

Wie international scoutest du?

Ich suche eigentlich überall und stehe im Austausch mit Scouts in den USA, Afrika und sogar in China, wo vielleicht nicht die meisten Spieler herkommen, aber wo definitiv der Sportmarkt der Zukunft entsteht. Tatsächlich bin ich oft auf Reisen, denn auch wenn wir deutsche Talente – vor allem aus unserer Region – finden und fördern wollen, wird das Team mit zwei, drei Top-Talenten aus dem Ausland perfekt.

Wie geht ihr regional vor? Und was ist mit dem Vorurteil, die Kids von heute wollten nur am Smartphone zocken?

Talente findet man am besten schon in den Grundschulen, und genau da gehen wir auch hin. Wir bieten einmal die Woche eine kostenlose AG an. Da schaue ich mich direkt nach athletischen Kids um. Und das mit dem Smartphone ist Unsinn. Man muss die Kinder einfach begeistern! Als ich vor anderthalb Jahren anfing, hatten wir gerade mal drei Kinder unter 12 im Verein. Und trotz Corona sind wir letztes Jahr auf fünfzig Kids angewachsen. Die Kinder sind absolut begeisterungsfähig, was den Sport betrifft. Ich zwinge doch kein Kind ins Training. Das ist der größte Fehler überhaupt in Deutschland: Hier wird viel zu wenig mit Spaß gearbeitet. Ich sage immer, wer nicht mit einem Lachen aus dem Training rauskommt, der muss nicht wiederkommen.

Aber neben Spaß ist sicher auch die entsprechende Förderung wichtig?

Klar, und bei der Talentförderung haben die wenigsten Vereine die Geduld. Die meisten wollen sozusagen fertige Top-Spieler mit 15 Jahren entdecken. Dabei muss man schon mit acht, neun, zehn Jahren anfangen. Und dazu gibt es hier bei der lokalen Jugend sehr viel Potenzial.

Ihr habt die Zahl der Jungspieler letztes Jahr auf 50 steigern können – Gratulation!

Danke, unser Ziel als Verein ist es, Top-Talente über 15 Jahre zu entwickeln und zu fördern. Unser Partner sind die Telekom Baskets Bonn (einer der erfolgreichsten deutschen Bundesligisten, Anm. d. Red.), was ein gutes Ziel für sie wäre. Einige absolute Top-Talente haben wir bereits, aber es dürfen ruhig noch mehr werden.

Vielen Dank, Yassin.

YASSIN MARKUS IDBIHI

ist ehemaliger deutscher Basketball-Profi (Deutscher Meister 2014, 2015, 2016). Seinem Sport blieb er nach der Spielerkarriere als Trainer treu. Nachwuchsförderung ist für ihn Herzenssache. Seit 2019 ist er Sportdirektor bei den Dragons Rhöndorf und auch für das Scouting und die Förderung der Nachwuchstalente zuständig.

Durch eine Fußverletzung während des Trainings kam das Kühlen mit MEDIVID zu den Drachen. Das Sprunggelenk des Spielers wurde zunächst konventionell mit Eiswasser-Wickeln behandelt, nach dem Tipp von einem befreundeten Sportler wurde zur Kühlung mit MEDIVID CRYO gewechselt. Der Effekt hat Spieler, Physiotherapeutin und Trainer begeistert. „Zu meiner aktiven Zeit wäre das toll gewesen“, sagte Idbihi in unserem Interview.