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„Mama, beeil Dich, wir wollen nach Hawaii!“

Ein grauer, regnerischer Junitag in Hamburg. Nach 10 Stunden und 45 Minuten Laufen, Radfahren und Schwimmen erreicht Birgit Wessel beim Ironman Hamburg als erste in ihrer Altersklasse das Ziel. Die Mutter von drei Kindern hat sich einen Traum erfüllt, denn mit diesem Sieg hat sie sich, kurz vor ihrem fünfzigsten Geburtstag, für den Ironman auf Hawaii qualifiziert.

Die Hamburgerin ist Triathletin der ersten Stunde. Vor zwanzig Jahren, vor Heirat und Kindern hat sie schon einmal an dem legendären Wettkampf teilgenommen und freut sich jetzt riesig, erneut dabei zu sein. Es ist eines der härtesten Triathlon-Rennen der Welt und findet gleichzeitig an einem der spektakulärsten Orte dieser Welt statt.

„Wenn ich das schaffe“, hat Birgit ihrem Mann und Kindern versprochen, „dann machen wir einen Familienurlaub auf Hawaii. Und ihr kommt alle mit!“ Der Ironman Hawaii ist ein Wettkampf, von dem Birgit schon immer fasziniert ist. Begeistert erzählt sie von dem Ort, an dem der Triathlon unter der Marke „Ironman“ im Jahr 1978 erstmalig ausgetragen wurde und von seinem einzigartigen Spirit:

Die Vibes auf Hawaii sind einzigartig

Schon die Begrüßung am Flughafen mit der Blumenkette – die Hawaiianer nennen sie „Lei“ – ist besonders. Dazu kommt die amerikanische Herzlichkeit: Beim Abholen der Startunterlagen gibt es ein Willkommen, als gehöre man zu den berühmtesten Sportlern der Welt. Gemeinsam mit den Profis zu starten, im gleichen Hotel zu wohnen und neben ihnen im Café zu sitzen, das gibt es nur beim Ironman und das ist auf Hawaii noch einmal mehr besonders. Auch für meinen Mann und meine Kinder wird dies ein großes Ereignis, da sie bei Vorbereitung und Wettkampf dabei sein werden und wir anschließend Palmenstrände und pazifische Wellen genießen. Wir sind alle begeisterte Wellenreiter, und auch damit sind wir auf Hawaii genau richtig.“

Die Strecke, das Training und vor allem die stetige Ungewissheit waren hart

Ohne meine Familie hätte ich das nicht geschafft. Die Bedingungen für Hamburg waren ungünstig. 2020 war der Triathlon ausgefallen wegen Beschränkungen durch die Pandemie und bis kurz vor dem Start war ich nicht sicher, ob der Wettkampf in diesem Jahr stattfinden könnte. Für meine Vorbereitungen brauche ich einen klaren Plan – Corona hat alles durcheinander geworfen. Nachdem Hamburg in 2020 abgesagt wurde, wollte ich in Portugal an den Start, um hier einen der begehrten Quali-Slots für Hawaii zu bekommen. Doch auch dieser Wettkampf wurde abgesagt, nur wenige Tage vorher.

Für Hamburg fürchtete ich Regen und Kälte und ich schwimm auch nicht gern in der Alster. Alternativ hätte ich in Polen ein paar Wochen vorher starten können. Hier wären meine Chancen deutlich besser gewesen, da es weniger Teilnehmerinnen gab aber dort hätte ich auf den Zuspruch von Familie und Freunden weitestgehend verzichten müssen. Lange Zeit habe ich mit dieser Entscheidung gehadert.

Motivation, gute Planung und kreative Kompromisse bringen mich zum Ziel

Mein Mann und meine Kinder haben mich sehr motiviert. In ihren Sweatshirts mit der Aufschrift „Mama, beeil Dich, wir wollen nach Hawaii!“ standen sie an mehreren Posten auf der Strecke und haben mir lautstark zugerufen. Ohne sie, meine Freunde, die gefühlt hinter jeder zweiten Laterne standen und all die tausende Zuschauer, hätte ich die Strecke bei Regen und Kälte nicht durchgehalten.

Um das Trainingsprogramm einhalten zu können, müssen alle flexibel sein. Meine Familie unterstützt mich auf jegliche Weise. Wir alle machen Kompromisse, um meinen Trainingsplan zu halten. Unsere Urlaubsorte werden nach Trainingsbedingungen ausgewählt, damit ich auch in den Ferien zwanzig Stunden die Woche trainieren kann.

Mein Trainer Peter Sauerland erstellt mir alle vierzehn Tage einen ausgeklügelten Plan, der sich nicht nur an körperlichen Herausforderungen des nächsten Wettkampfs orientiert, sondern dabei auch familiengerecht ist. Ich trainiere immer am Vormittag, wenn die Kinder in der Schule sind. Viel lieber würde ich gemeinsam mit anderen Triathleten in der Gruppe trainieren, das macht viel mehr Spaß. Aber die anderen haben nur abends Zeit. So bin ich fast immer allein beim Training. Zur Unterhaltung höre ich gern Hörbücher oder Podcasts.

Wenn wir am Wochenende zu den Großeltern nach Münster fahren, dann mache ich einen Teil der Strecke mit dem Rad, während meine Familie mit dem Auto hinterherkommt. Mein Mann stellt mir auch an vereinbarten Orten die Trainingsschuhe hin, damit ich nach den geplanten Kilometern vom Radfahren zum Laufen wechseln kann.

Unseren nächsten Sommerurlaub verbringen wir in Polen. Dort findet am 7. August der Ironman 70.3 Gdynia statt. Das ist für mich eine bedeutende Vorbereitung auf Hawaii. Glücklicherweise liegt der Ort am Meer – darauf bestehen die Kinder.

Birgits Medivid-Steckbrief

„Medivid Cryo habe ich jüngst kennengelernt. Ich nutze die Kühl-Bandage, um meine chronisch gereizte Achillessehne abends nach dem Training zu kühlen. Früher bin ich mit Eisbeuteln ins Bett gegangen, heute freue ich mich, dass es mit Medivid so einfach und bequem und gleichzeitig so wirksam ist.”

Next step: Ironman 70.3 Gdynia

Der Ironman 70.3 schließt die Kluft zwischen der olympischen Kurzdistanz und dem Ironman. Die Einzeldistanzen dieser Triathlon-Rennserie sind jeweils die halben Strecken der Langdistanz und ergeben in Summe 70,3 Meilen, woraus sich der Name ableitet. In Gdynia, einer jungen und quirligen Hafenstadt an der Südküste der Ostsee Polens wird der für seine elektrisierende Atmosphäre bekannte Ironman 70.3 ausgetragen. Auftakt bildet ein Bad in der Danziger Bucht bevor die SportlerInnen eine anspruchsvolle Radtour durch die Kaschubei und einen Lauf entlang des Meeres und durch die Straßen von Gdynia absolvieren müssen. Wir wünschen Birgit eine perfekte Vorbereitung und viel Spaß und Erfolg in Gdynia.

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